Schon seit vielen Jahren sind auch in Etteln die Sternsinger unterwegs. Sie sammeln Geld für arme Kinder und bauen so an einer gerechteren Welt mit.

Auch in diesem Jahr gibt es wieder eine Sternsingeraktion.

Sie fand statt am 06.01.2013, beginnend mit einem Aussendungsgottesdienst um 9.00 Uhr in unserer Pfarrkirche in Etteln. Dieser Sternsingertermin war nicht nur bei uns, auch im Pastoralverbund Borchen war an dem Tag Sternsingergehen und so dürfte es in fast ganz Deutschland ähnlich gewesen sein.

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In diesem Jahr in Etteln haben wir vom PGR eine Veränderung in Angriff genommen, die uns sehr wichtig erscheint. In den letzten Jahren hat der Trend zugenommen, dass einige Kinder scheinbar vor allem und besonders wegen des "Privatgeldes" sich als Sternsinger auf den Weg gemacht haben. Und das ist sogar ein Stück weit nachvollziehbar. Es gab ja richtig was zu verdienen. Ein Trinkgeld okay, aber wo ist die Grenze? Wo sind es noch die 50 Cent als Zeichen der Anerkennung und wo ist es schon zuviel Geld? Eine genaue Grenze ziehen kann keiner. Aber das es Sternsingergruppen in den letzten Jahren zunehmend gab, die mehr Privatgeld mitgebracht haben als in der Sammelkiste war, das kann nicht richtig sein. Wenn Sternsingergruppen pro Person (manchmal 4 in einer Gruppe) 70 € und mehr Privatgeld hatten (280 € pro Gruppe), dann läuft da doch etwas in eine falsche Richtung.

Nicht, dass der PGR Kindern Geld nicht gönnt. Aber wir müssen auch die Relationen sehen. Ziel der Sternsingeridee ist eine ganz andere und ganz wunderbare Idee: 

Kinder ziehen los, sammeln Geld und helfen anderen Kindern auf der Erde. Kinder warten nicht auf Politik, auf gute Zinssätze oder Pro- und Contra, warum anderen Menschen geholfen oder weniger oder gar nicht geholfen werden sollen. Kinder packen einfach an und zwar aus dem Glauben heraus.

Diese Grundsatzidee der Sternsinger sehen wir inzwischen in Etteln ein Stück weit aus den Augen verloren. Es geht doch eigentlich um die gute Tat. Es geht doch darum, dass Kinder lernen: Ich kann an einer besseren Welt mitarbeiten. Und das muss nicht wie ein Job entlohnt werden. Ein Sternsinger zieht los, weil auch Jesus den Armen und Kranken geholfen hat und uns aufträgt: "Wer den Armen, den Kranken, den Hilfebedürftigen hilft, der hilft mir." Das Gebot der Liebe ist auch die Nächstenliebe. Und in ganz vielen Orten unseres Bistums und sehr vielen Orten unseres Landes ziehen die Sternsinger nach wie vor los, um Geld nur für andere zu sammeln. Da gibt es gar kein Privatgeld.

Hier in Etteln gibt es nun diese Entwicklung, dass die Sternsingern entlohnt werden. Das zu ändern fällt sicherlich schwer, vor allen in Zeiten, wo Geld mehr denn je regiert. Aber das macht die Sache nicht richtiger, auch wenn Geld mehr und mehr wichtiger erscheinen mag.

Deswegen haben wir in diesem Jahr, wie im Jahr zuvor, das Problem bei den Sternsingertreffen thematisiert. So weiß jeder Sternsinger von Anfang an Bescheid. Unser Vorschlag an die Kinder und Jugendlichen sieht so aus, dass wir das Privatgeld teilen. Und zwar nicht untereinander, was ja eigentlich auch schon fairer wäre als das jetzige System. Nein, wir wollen mit den armen Kindern der Welt teilen. Konkret mit dem schwer verbrannten Mädchen in Indonesien. Wir haben den Kindern erklärt, was passiert ist und was bisher für dieses Mädchen unternommen wurde. Wir haben auch gezeigt, wo noch Handlungsbedarf besteht. Denn nach einer Erstversorgung mit schweren Operationen, muss nun dieses Mädchen wieder eine Lebensperspektive bekommen und es muss trotz schwerster Behinderung wieder den Weg in Schule, Ausbildung und hoffentlich auch in Beruf und Familie finden. Dazu bedarf es der Unterstützung.

Wir haben unsere Sternsinger gebeten, dass sie alles Geld, was mehr als 20 € pro Person ist, sie in eine extra Kasse geben und wir uns dafür einsetzen wollen, dass dieses Mädchen unterstützt wird. Diese Idee fanden die Sternsinger in der Mehrheit gut und sinnvoll. Wir haben uns darauf geeinigt und sind gespannt, ob das klappt. Dazu brauchen wir natürlich letztlich das Vertrauen und die Ehrlichkeit der Sternsinger, von der wir jedoch ausgehen.

Wir brauchen aber auch die ganze Gemeinde: Genießen Sie den Gruß und Segen, den unsere Sternsinger bringen. Es ist schön, wenn Sie eine Spende für die Leiden der Welt geben. Auch schön ist es, wenn Sie mit einer kleinen Süßigkeit oder ähnlichem unsere Sternsinger erfreuen. Allerdings bitten wir Sie, die Geldspenden für die Sternsinger privat einzustellen.

Im Übrigen erhalten die Sternsinger auch eine  Verpflegung von uns, so dass Geld an die Sternsinger wirklich nicht nötig ist.

Unser Anliegen: Ettelner Kinder und Jugendlichen helfen die Welt zu verbessern, einfach so.

 

 

Pfarrgemeinderat Etteln - Wir leben Glauben.

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