Im Rahmen des Krippenprojektes "alte Gipskrippe nach Hause holen" haben wir sehr viele Gespräche und Kontakte geführt und geknüpft. Besonders hervorzuheben war das Kennenlernen von Herrn Esper, der ein ausgewiesener Fachmann für Gipskrippen ist. Unter seiner Internetseite: www.krippenkabinett.de    konnten wir sehr viel über Gipskrippen lernen. Herr Esper konnte auch unsere Krippe sofort einordnen:

"Bei Ihren Figuren handelt es sich um den erfolgreichsten Krippenfigurensatz von S.H. Die Marke steht für den Branchenriesen Schmidt & Heckner, der in Köln Lindenthal ansässig war. Ähnlich dem Deutschen Kunsthaus in Düsseldorf oder Heinrich Bösken in Geldern wurde bei S.H. vom Modellentwurf über die Produktion bis zum Vertrieb alles in Eigenregie abgewickelt. Nach dem 2. Weltkrieg jedoch lagerte man die Produktion aus und ließ die Ware von nun an durch Kevelaerer Gipsfabriken fertigen. S.H. hatte einen imensen Ausstoß und belieferte neben dem nationalen Markt vor allem Großbritannien und die Missionseinrichtungen in Südamerka. Ende der 1950er Jahre stellte S.H. die Tätigkeit für immer ein. Der von Ihnen gefundene Satz war über lange Zeit im Programm von S.H. vertreten. In 23 cm Größe finden Sie ihn auch im Krippenkabinett in der Kategorie Kaleidoskop unter S.H. 23 cm. Dass dabei einzelne Figuren in ihren Posen etwas abweichen ist völlig normal." (Mail von Herrn Esper vom 02.01.2013)

Herr Esper konnte unsere Figuren insoweit datieren, dass sie in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts entstanden sein müssten. Das unten abgebildete Foto, Ettelner Krippe von 1927, stützt diese Aussage.

Wir sind sehr dankbar, dass unsere Krippe so schon mal sehr genau in ihren Herstellungsprozess eingeordnet werden konnte. Für uns vor Ort ist allerdings auch der Weg der Krippe, sozusagen ihr Prozess des Seins in Etteln von besonderer Bedeutung: Die Krippe erlebt schlimme Zeiten im 1. und 2. Weltkrieg. Sie wird zum Zeugen von Not, Elend und Traurigkeiten, aber auch von hoffenden Gebet und wahrscheinlich unendlich vielen guten Weihnachtsgedanken.

Nach der Kirchenerweiterung 1955 wird diese Krippe noch zwei Jahre in der Weihnachtszeit aufgestellt. Dann wird eine geschnitze Holzkrippe angeschafft und die ramponierten Gipsfiguren landen auf dem Kirchenboden.

In den Jahren 1985-87 hat der kath. Kindergarten sich einzelne Figuren ausgeliehen.

Im Sommer des Jahres 2011 nahmen unser 1. Vorsitzender Johannes Kurteund Küsterin Annakleta Bickmann die alten Krippenfiguren aus Gips genauer in den Blick. Leider waren diese Figuren in keinem guten Zustand. Der Gips weich, die Figuren mit etlichen Macken übersät und die Farben zerschunden.

In der Jugendwohngemeinschaft Vincenzhaus in Paderborn konnte Johannes Kurte eine Mitarbeiterin, Frau Schumacher, und Jugendliche dazu gewinnen, sich dieser Figuren wieder anzunehmen und sie nach und nach zu renovieren. Mit großem Fleiß ist es dann gelungen, diese Figuren pünktlich zur Adventszeit 2011 wieder voll restauriert der Gemeinde zurück zu geben.

Die schönen alten Figuren fanden ihren Platz in der Lucia-Kapelle von Etteln und bereicherten dort in der Adventszeit. Mit mehreren Aktionen untersützte der PGR diese Rückführung, stellte allerdings auch fest, dass die Kapelle aufgrund ihrer gewissen Grundfeuchtigkeit nicht der ideale Ort für Gipsfiguren ist.

 

Wir haben die Idee aus der Gemeinde aufgegriffen und die Krippe im Jahr 2012

erstmals wieder in der Kirche aufgebaut. Hinten im Turm, sozusagen unter der Orgel

stand sie und wurde von überraschend vielen  Besuchern bewundert.

Ausliegendes Informationsmaterial und einige Stühle luden zu Besinnung und

Ruhe ein, was auch gerne angenommen wurde.

Hier zeigt sich, dass wohl auch in Zukunft die Krippe eine neue Aufgabe

gefunden hat.

 

Auch die Nutzung der Krippe während der Frühschichten war ganz passend.

 

Die zusätzlichen Krippenbilder waren:

erste Woche: Maria und der Engel

zweite Woche: Die Hirten

dritte Woche: Die Tiere

vierte Woche: Der junge Hirte Benjamin

ab Weihnachten: Die Geburt Jesu

 

und: Ankunft der Hl. 3 Könige:

    

  

 

 

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Und dann ist irgendwann im Januar der Termin gekommen, alles wieder einzupacken. Das gehört dazu und ist auch noch mal ein ganzes Stück Arbeit. Doch auch hier ist Gemeinsamkeit gefragt und viele helfende Hände erledigen auch das Projekt:

 

  

  

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Foto der alten Krippe (1927)

bereitgestellt von Ulla Bickmann

Pfarrgemeinderat Etteln - Wir leben Glauben.

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